Genussregion Oberfranken


Vom Charlemagner über  Krautleberwurst zum Zwetschgerdatschi

Genussregion Oberfranken demonstrierte bei einer kulinarischen Reise durch die Fränkische die Vielfalt der Küche - 24.10. 18:01 Uhr

REGENSBERG  - Es war eine Demonstration der Vielfalt und des fränkischen Selbstbewusstseins: Im Berg-Gasthof Hötzelein hatten Landrat Reinhardt Glauber, die Leader-Aktionsgruppe (LAG), Handwerkskammer und der Verein Genussregion Oberfranken zu einer „kulinarischen Reise durch die Fränkische Schweiz“ geladen.

Küchla ist nicht gleich Küchla: Im Berggasthof Hötzelein wurden die verschiedensten Formen des traditionellen Gebäcks präsentiert.
Küchla ist nicht gleich Küchla: Im Berg-Gasthof Hötzelein wurden die verschiedensten Formen des traditionellen Gebäcks präsentiert.
Foto: Franz Galster

Die Gastgeber wollten damit auch unter Beweis stellen, dass aus dem Kooperationsprojekt „Genussregion Oberfranken“, an dem alle Partner beteiligt sind, nach fast zweijähriger Laufzeit ein Aushängeschild für die Region geworden ist. Vor allem aber ging es darum, die kulinarische Vielseitigkeit der Region darzustellen. „Krenfleisch in München, die müssen nach Franken kommen“, meinte Landrat Reinhardt Glauber bei der Begrüßung der Gäste.

Die Bamberger Professorin Uta Hengelhaupt führte durch die kulinarische Bildungsveranstaltung, in der Handwerksbetriebe und Direktvermarkter Beispiele ihrer Produkte aus der Fränkischen Schweiz gaben. Auf einer kulinarischen Landkarte steche Oberfranken mit seiner Vielfalt heraus, stellte Thomas Zimmer, Präsident der Handwerkskammer Oberfranken und Vorsitzender des Kuratoriums, fest. Von 68 genannten Spezialitäten kommen allein 34 aus der Region. 500 Bäckereien und 700 Metzgereien: Bei 1,1 Millionen Einwohnern sei die Dichte weltweit einzigartig. Ganz ähnlich sieht es bei den Brauereien aus.

Hans Derbfuss, Metzgereimeister aus Gräfenberg, gab anschließend einen Einblick in typische fränkische Metzgereiprodukte wie Hirnwurst oder Krautleberwurst. Das Zweschgerbaamers und die Rehsülze wurde vom Berg-Gasthof Hötzelein geliefert. Jens Reisinger von der Forellenzucht Thosmühle - zwischen Wannbach und Moggast gelegen - sprach über die Räucherforelle und kam bei der Zucht auch auf Probleme wie den Fischreiher zu sprechen. Reisingers produzieren Fisch vom Ei ab. www.fischzucht-thoosmuehle.de  Otto Siebenhaar von der Erzeugergemeinschaft Charlemagner referierte kurz über Äpfel, die man „fest, gestrichen oder auch flüssig genießen könne“, wobei man beim Apfelsekt Charlemagner, der sich immer größerer Beliebtheit erfreut, angelangt war. Eine neue Homepage soll hier künftig die Information nochmals verbessern.

Zur Hauptspeise freuden sich alle über Rippala mit "schlampers Kraut" aus der Gemüseregion rund um Gosberg und Klöß. Weiter ein Ochsenfleisch vom Weiderind  mit Krensoße aus der Deutschen Meerrettichhauptstadt Baiersdorf

Marga Alt präsentierte mit den Küchla in verschiedenen Formen und Aufbereitungen ein typisch fränkisches Gebäck, kaum von traditionellen Feiern wegzudenken. Passend zum Herbst gab es noch den hausgemachten Zwetschgekuchen auf Hefeteig.  Geistig wurde es anschließend um Michaela Riegel-Engelhardt, die Schnäpse und Liköre aus der Destillerie „Geistreich“ in Weingarts präsentierte. Natürlich durfte auch das Bier nicht fehlen, dessen Spuren, so Uta Hengelhaupt, bis zum 800. Jahrhundert vor Christus im fränkischen Raum zu finden sind. Die kredenzten Biere stammten aus der Brauerei Pfister in Weigelshofen. Beim Brauen werden ausschließlich Produkte aus der Region verwendet. Darüber hinaus gibt es bei Pfisters das Bio-Bier. Hefe, Dunkles, Landbier und Ökoboc

Die FSV-Trachtentanzgruppe Gräfenberg unter Leitung von Ingeborg Pfleger zeigte dazwischen mit traditionellen Tänzen, dass die Fränkische Schweiz auch mit Geselligkeit und Tradition punkten kann.

Bernd Sauer, Marketingleiter der Handwerkskammer, betonte die einmalige und vielfältige Verzahnung innerhalb des Projektes. Im Kuratorium, das vom EU-Programm „Leader in Eler“ gefördert wird, arbeiten führende Vertreter von Lebensmittelproduzenten aus allen Bereichen aber auch Touristiker, Hoteliers und Gastronomen sowie Vertreter von Innungen, Kammern, Verbänden und Ämtern. „Wichtig ist, dass wir zusammenarbeiten“, betonte auch HWK-Präsident Thomas Zimmer.

Auch der Forchheimer Landrat Reinhardt Glauber war voll des Lobes. Sorge bereite ihm nur eines: Die stetig abnehmende Zahl der Landwirte. „Günstiger ist der Supermarkt, aber dann sterben die Handwerker und Bauern. Auch wenn Brot und Wurst manchmal etwas teurer sind, wir tun es doch auch beim Auto. Qualität kostet eben ihren Preis.“

www.genussregion-oberfranken.de